VKB für Senioren

Was leistet die VKB für die Pensionierten?
 
Vertretung der Interessen der Mitglieder, auch der pensionierten Kader
 
Die Vereinigung der Kader des Bundes bezweckt vor allem die Wahrung der beruflichen und wirtschaftlichen ihrer Mitglieder. Dazu gehören einerseits die Angestellten (Führungs- und Fachkader) und anderseits die pensionierten Kader. Die VKB ist anerkannte Sozialpartnerin des Bundes und nimmt an allen offiziellen Verhandlungen über personalpolitische Fragen mit dem Bundesrat, dem Finanzdepartement, dem Personalamt und anderen Arbeitgebern teil.
In den jährlichen Lohnverhandlungen mit dem Eidg. Finanzdepartement geht es nicht nur um den Teuerungsausgleich auf den Löhnen, um Reallohnerhöhungen und andere Verbesserungen für die Aktiven. Es geht immer auch um Massnahmen zur Erhaltung der Kaufkraft der Renten des Bundes.
Die Gleichbehandlung der Angestellten und der Pensionierten bezüglich Teuerungsausgleich ist und bleibt für die VKB ein zentrales Anliegen. Es fehlte in keiner Lohneingabe der letzten Jahre.
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Personalpolitik des Bundes seit 2005 sich ganz auf die Angestellten konzentriert. Die Rentenbeziehenden sind aus dem Dienst des Bundes ausgeschieden; sie interessieren den Arbeitgeber nicht mehr. Die immer wieder erhobenen Forderungen der VKB nach Massnahmen zugunsten der Rentenbeziehenden stiessen bisher auf kein Verständnis (vgl. den nachstehenden Artikel zum Teuerungsausgleich auf den PUBLICA-Renten). Wer sich für die Rentenbeziehenden engagiert, muss sich seit längerem als Rufer in der Wüste vorkommen.
Die VKB wird den Arbeitgeber Bund nach wie vor an den Lohnverhandlungen auch in Zukunft daran erinnern, dass es gilt, Ungleichheiten zwischen dem aktiven Personal und den Rentenbeziehenden zu beseitigen.
Angebote für Dienstleistungen und Programme für Seniorinnen und Senioren
 
Die VKB bietet ihren Mitgliedern überdies interessante Dienstleistungen an: vergünstigte Prämien auf den Zusatzversicherungen der Krankenkasse KPT und Vorzugsbedingungen bei ZURICH Connect, dem Verkaufskanal der Zürich-Versicherungsgesellschaft in den Bereichen Motorfahrzeug- sowie Hausrat- und Privathaftpflicht-Versicherungen.
Der Delegierte für Senioren organisiert Jahr für Jahr interessante Anlässe für Seniorinnen und Senioren. In jeder Nummer der VKB-Mitteilungen und auf der Homepage www.vkb-acc.ch werden entsprechende Einladungen ausgeschrieben.
 
Teuerungsausgleich auf den PUBLICA-Renten
 
Von der Gleichbehandlung der Aktiven und der Pensionierten….
 
Während Jahrzehnten wurden die Angestellten und die Pensionierten vom Arbeitgeber Bund bezüglich Teuerungsausgleich gleich behandelt: wurde dem aktiven Personal die Anpassung des Lohnes an die Teuerung gewährt, so wurden auch die Renten der Pensionskasse des Bundes an die Teuerung angepasst.
…zur Halbierung des Teuerungsausgleichs auf den Renten
Aufgrund von Sparmassnahmen erhielten die Rentner im Jahre 2004 nur noch eine halbe Teuerungszulage: die Angestellten bekamen eine Teuerungszulage von 0,8 Prozent, die Rentner eine solche von 0,4 Prozent.
Neues Recht ab 2005: Rückzug des Arbeitgebers und Streichung des Teuerungsausgleichs auf den Renten
Im Jahre 2004 garantierte der Bund seinem ehemaligen Personal die Anpassung der Renten an die Teuerung noch zu 50 Prozent. Mit Botschaft vom 24. September 2004 beantragte der Bundesrat dem Parlament, diese Garantie im dringlichen Verfahren auf den 1. Januar 2005 zu streichen. Das Parlament hiess diesen Antrag gut.
Es ging damals erneut um eine Sparmassnahme: um eine wiederkehrende Entlastung des Bundeshaushaltes – bei einer erwarteten Teuerung von einem Prozent – um 54 Millionen Franken pro Jahr.
Der Arbeitgeber Bund – vertreten durch Bundesrat Merz – wollte von nun an von einer Gleichbehandlung der Aktiven und der Pensionierten nichts mehr wissen. Die Rentenbeziehenden interessierten ihn nicht mehr.
Ab dem 1. Januar 2005 war es also Sache der Pensionskasse, für die Erhaltung der Kaufkraft der Renten zu sorgen. Die Anpassung der Renten an die Teuerung hatte aus Vermögenserträgen der Pensionskasse zu erfolgen.
Wann sind bei der Pensionskasse PUBLICA genügend Vermögenserträge vorhanden, um über einen Teuerungsausgleich bei den Renten zu diskutieren?
Gemäss Bundespersonalgesetz verfügen die Vorsorgewerke erst dann über freie Mittel, wenn sie eine Schwankungsreserve von mindestens 15 Prozent aufgebaut haben. Beträgt der Deckungsgrad des Vorsorgewerks also 115 Prozent, so werden die Rentenbeziehenden eine Anpassung der Renten an die Teuerung aus Vermögenserträgen von PUBLICA verlangen können (Art. 32l BPG).
Sieben magere Jahre für die Rentenbeziehenden ab 2005
Die Pensionskasse PUBLICA war seit dem 1. Januar 2005 aus ihren Mitteln nie in der Lage, die Altersrenten der Preisentwicklung anzupassen. Die Entwicklung an den Finanzmärkten erwies sich von Jahr zu Jahr als sehr stark schwankend. Zwar erreichte PUBLICA Ende 2006 einen Deckungsgrad von 108,7 Prozent, geriet aber Ende 2008 mit einem Deckungsgrad von 95, 8 Prozent in Unterdeckung. Per Ende 2010 schloss sie mit einem Deckungsgrad von 104,5 Prozent ab. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten ab August haben den Deckungsgrad schrumpfen lassen.
In den Jahren 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010 und 2011 gingen die Rentner bezüglich Teuerungszulage leer aus.
Eine ausserordentliche Anpassung der Renten an die Teuerung drängt sich auf
Im Falle zu geringer Vermögenserträge der Pensionskasse kann der Bundesrat – nach Bundespersonalgesetz – eine ausserordentliche Anpassung der Renten an die Teuerung vornehmen. Beim Entscheid über eine ausserordentliche Teuerungsanpassung hat er die allgemeine wirtschaftliche Lage, d.h. die Höhe der Teuerung, und die finanziellen Verhältnisse des Bundeshaushalts zu berücksichtigen.
Die Vereinigung der Kader des Bundes hat seit 2005 immer wieder vom Bundesrat Massnahmen zur Erhaltung der Kaufkraft der Rentenbeziehenden verlangt. Und dies mit guter Begründung.
So verzeichneten die Staatsrechnungen des Bundes seit 2006 stets Überschüsse. Auch für 2011 rechnet der Bund –anstelle des budgetierten Fehlbetrages von 600 Millionen – mit einem Überschuss von rund 2,5 Milliarden. Und seit 2005 konnte der Bund seine Schulden um nicht weniger als 20 Milliarden abbauen!
Die Angestellten mussten in den Jahren 2005 und 2006 – aufgrund von Sparmassnahmen – auf einen Teuerungsausgleich auf ihren Löhnen verzichten. Seit 2007 bis heute erhielt das aktive Personalwieder – teilweise aufgerundete -Teuerungszulagen auf den Löhnen von insgesamt 7,3 Prozent. Dazu kommen generelle Reallohnerhöhungen von insgesamt 2,5 Prozent.
Für die Rentner gab es von 2005 – 2011 weder einen Teuerungsausgleich auf den Renten noch reale Verbesserungen. Gemäss Landesindex der Konsumentenpreise dürfte sich die kumulierte Teuerung für diesen Zeitraum, einschliesslich der Schätzung für das laufende Jahr, auf über 7 Prozent belaufen.
Damit wurden schwere Ungleichheiten zwischen dem aktiven Personal und den Rentnern geschaffen. Einzig den Rentnern werden nach wie vor unbefristete Sparopfer zugemutet!
Es wäre jetzt wirklich an der Zeit, dass der Bundesrat mit ausserordentlichen Massnahmen zur Erhaltung der Kaufkraft der Renten des Bundes diese einseitige Personalpolitik korrigiert.
Entsprechende Forderungen der Personalverbände fanden bisher leider kein Gehör beim Bundesrat.
Die Vereinigung der Kader des Bundes wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass den Rentnern die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise ermöglicht wird. Dazu gehören auch Massnahmen zur Erhaltung der Kaufkraft der Renten des Bundes. Auch der Arbeitgeber Bund ist mitverantwortlich für die Erfüllung dieses Auftrages der Bundesverfassung (Art. 113 Abs. 2 BV).